Deutsche Bahn Personenverkehr* Frankfurt am Main | Deutschland
Das neue Büro ist Wirklichkeit

Das neue „Zuhause“ von 3.000 MitarbeiterInnen der Deutschen Bahn Personenverkehr ist Wirklichkeit. Aus über zehn verschiedenen wurde ein gemeinsamer Standort in Frankfurt: die „Bürowelt Personenverkehr“ in der Europa-Allee.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen wie die neue Arbeitswelt aussehen wird, sobald sie von den Mitarbeitenden belebt ist. Denn trotz Fertigstellung „in time“ im Dezember 2020, verhinderte die Corona-Krise bislang eine normale Nutzung.

Bürowelt „light“ für den Personenverkehr

Die Pandemie veränderte nicht nur unsere Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn während des Projekts von heute auf morgen, sie führte bisher auch dazu, dass die neue, moderne Bürowelt nur geringfügig genutzt werden kann. Im Schnitt waren in der ersten Jahreshälfte 2021 nur rund zehn Prozent der 3.000 Mitarbeitenden vor Ort und leben sich langsam ein. Doch trotz erschwerter Bedingungen zeigt sich aus den ersten Rückmeldungen schon jetzt: Das Konzept, und die Umsetzung dessen, scheinen richtig gewesen zu sein. Activity Based Working, inklusive dem Teilen der Schreibtische und Ressourcen, ist zwar ganz neu und muss im Normalbetrieb erst gelernt werden, doch die Projektbeteiligten sind davon überzeugt, dass es funktionieren wird.

Selbst wenn momentan nur ein kleiner Teil unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort ist – wir erkennen schon jetzt die Vorzüge der sehr offenen, auf Kommunikation ausgerichteten Bürowelt. An den alten Standorten hätte man einander aufgrund der geschlossenen Struktur nämlich kaum gesehen. So hat man schon jetzt das Gefühl Teil eines großen Ganzen zu sein.

Livia Sold, Arbeitsgebietsleiterin „Arbeitsformen und Bürokonzepte“, Deutsche Bahn Immobilien

Vom Zellenbüro hinein ins Activity Based Working

Auf Basis der strategischen Zielvorgaben des Vorstands (Kommunikation und abteilungsübergreifendes Arbeiten verbessern, Zusammenwachsen der Einheiten ermöglichen) entwickelten wir in einem partizipativen Prozess das passende Nutzungskonzept für die 3.000 MitarbeiterInnen, die aus mehr als zehn verschiedenen Standorten rund um Frankfurt ins neue Gebäude einziehen sollten. Ein tätigkeitsorientiertes Arbeitskonzept stellte sich bald als das richtige heraus.

Tobias Baur, M.O.O.CON Projektleiter

Der Aufgaben-Mix der Mitarbeitenden kann nicht an einem einzigen Arbeitsplatz abgebildet werden. Es braucht ein differenziertes Angebot an Arbeitsmöglichkeiten, die sich in ihrer Funktionalität, Ausstattung und Atmosphäre unterscheiden.

In vielen (analogen und digitalen) Workshop-Runden mit den späteren GebäudenutzerInnen erarbeiteten wir Schritt für Schritt die Details der zukünftigen Arbeitswelt. Parallel dazu begleiteten wir die MitarbeiterInnen auf dem Weg in dieses, für sie völlig neue Arbeitskonzept.

Dazu produzierten wir beispielsweise eigens Videos mit DB Projektmitgliedern, um das neue Büro schon vor dem Einzug erlebbar zu machen und die spätere Nutzung dessen zu erklären.

Alexandra Wattie, M.O.O.CON Projektleiterin „Workplace Change Management“

Der Baustellenreporter, der über den Fortschritt berichtet. Manager, die Rede und Antwort stehen. Das Projektteam, das die Bürowelt vorstellt. Videos wirken emotional und unmittelbar. Sie haben sich im Change-Prozess bezahlt gemacht.

Corona und andere Treiber

Mehr mobiles, ortsungebundenes Arbeiten

Mitten im Prozess wurden im März 2020 die Auswirkungen der Corona-Pandemie für alle spürbar. Nicht nur, dass die Zusammenarbeit im Projekt von einem Tag auf den anderen rein digital funktionieren musste, das Homeoffice wurde auf einmal zum Arbeitsplatz Nummer Eins. Obwohl die Deutsche Bahn schon davor eine Homeoffice-Regelung hatte, war dies nochmals eine ganz andere Situation. Die Option, ins Büro zu gehen, existierte defacto nicht mehr – alle mussten im Eiltempo ortsungebundenes Arbeiten mit digitalen Lösungen lernen. Fachlich und auch sozial.

Attraktive Arbeitswelt sorgt für Rückkehr ins Büro

In der Gestaltung des Büros der Zukunft eröffnete die Corona-Krise mit ihren Effekten noch einmal neue Möglichkeiten, die Einfluss auf unsere Planung nahmen. Schnell wurde klar: Arbeitsorte und -umgebungen müssen attraktiv und vielseitig sein. Die NutzerInnen müssen sich – sobald die Situation wieder eine Rückkehr ins Büro erlaubt – wohlfühlen und vom Büro regelrecht angezogen werden. Das gelingt nur, wenn unterschiedliche Arbeitsmöglichkeiten angeboten und gleichzeitig die Vorzüge des Homeoffice genutzt werden können. Also nahmen wir die Learnings aus dem dezentralen Arbeiten mit ins Projekt.

Der Büro-Schreibtisch ist eben nicht immer der optimale Arbeitsplatz. Während der Corona-Zeit haben wir alle auch mal auf der Couch, auf dem Balkon oder ungestört in einem geschlossenen Raum gearbeitet. All diese Qualitäten und noch mehr bilden wir heute in unserer Arbeitswelt ab.

Michael Rehschuh, Projektleiter Bürowelt Zentrale Personenverkehr, Deutsche Bahn

Für rund 3.000 Mitarbeitende gibt es nun 2.250 verfügbare Schreibtisch-Arbeitsplätze und sehr viele weitere, verschiedene Arbeitsmöglichkeiten, die sie bestmöglich in ihrem täglichen Tun unterstützen. Darüber hinaus verfügt das Gebäude über:

  • Zentrale Kommunikations- und Meetingbereiche

  • Betriebsrestaurant und Café

  • Co-Working- und Projektflächen

  • Raum der Stille und weitere Ruhebereiche

  • Eltern-Kind-Räume

  • Schulungsräume

  • Bistro-ähnliche  Meeting Points

  • Garderoben und Schließfächer

Abgesehen davon, wird man bei der Deutschen Bahn Personenverkehr den „Kulturschub“ in Richtung Arbeiten im Homeoffice, aber auch an anderen, dritten Orten weiterhin fördern. Einerseits führt das zu einem kleineren Büro-Flächenbedarf und damit niedrigeren Kosten im Betrieb des Gebäudes. Andererseits will die DB (potenziellen und bereits bestehenden) MitarbeiterInnen die dazugewonnene Flexibilität weiterhin ermöglichen und sich so als zukunftsorientierte Arbeitgeberin positionieren.

So sehen die Büroetagen nun aus. Jedes Geschoß ist in etwa gleich angeordnet und in Standardarbeits-, Fokus-, Team- und Andockbereiche gegliedert. Überall finden sich Rückzugsmodule, Treffpunkte und geschlossene Räume. © Deutsche Bahn Personenverkehr

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