Wachstum bringt Komplexität. Bei DACHSER zeigte sich das auch in den räumlichen Strukturen: Die Mitarbeitenden am Hauptsitz in Kempten arbeiteten an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet. Die Zusammenarbeit über Bereiche hinweg war aufwändig, Begegnung fand reduziert und überwiegend im eigenen Team oder Bereich statt. Was fehlte, war ein Ort, der Vernetzung nicht organisiert, sondern selbstverständlich macht.
Das Ziel war klar: das Prinzip der Vernetzung, das das Unternehmen auf allen Ebenen auszeichnet, sollte auch räumlich verankert werden. Gemeinsam mit DACHSER übersetzten wir dieses Ziel in konkrete Anforderungen an die zukünftigen Arbeitsumgebungen und entwickelten Nutzungsszenarien für unterschiedliche Arbeits- und Begegnungssituationen.
Der neue Network Campus schafft dafür die räumlichen Voraussetzungen. Vier Bürogebäude, verbunden durch eine Magistrale als architektonisches Rückgrat, bieten Raum für eine neue Qualität der Zusammenarbeit.
Neben unterschiedlichen Arbeitsumgebungen umfasst der Campus unter anderem eine eigene Academy als Bildungszentrum, ein Forum für Veranstaltungen, Begegnung und Austausch, einen Healthbereich sowie großzügige Außenanlagen. So entsteht ein räumlicher Zusammenhang, der Zusammenarbeit, Lernen und Begegnung im Arbeitsalltag unterstützt.
Ein Campus dieser Größe stellt vor allem eine menschliche Herausforderung dar: Wie nimmt man rund 1.800 Mitarbeitende auf eine Reise mit, deren Ziel eine neue Art zu arbeiten ist?
Wir übernahmen das nutzerseitige Projektmanagement und begleiteten DACHSER von der ersten Konzeptphase bis weit über den Einzug hinaus im Change.
Rasch war klar, dass die Antworten aus dem Unternehmen selbst kommen mussten. Deshalb bezogen wir die Mitarbeitenden früh und kontinuierlich ein. Für Büroflächen und Sonderbereiche erarbeiteten wir Anforderungen und Nutzungsszenarien im Dialog. In Workshops, User Journeys und World Cafés brachten Mitarbeitende ihre Perspektiven, Bedarfe, Ideen und Vorbehalte in die Planung ein.
Die Ergebnisse flossen in die Zusammenarbeit mit dem Innenarchitekturbüro Atelier 522 ein. Wir koordinierten die Schnittstellen zwischen Nutzeranforderungen und baulicher Umsetzung und unterstützten die Überführung der konzeptionellen Vorgaben in belastbare Planungsschritte.
Der Change-Prozess ging dabei weit über Information und Kommunikation hinaus. Mit Interviews, Dialogformaten und Workshops schärften wir gemeinsam mit den Nutzer:innen das Zielbild und reflektierten es kontinuierlich im Projektverlauf. Change Agents wurden qualifiziert und gecoacht, um die Veränderung aus dem Unternehmen heraus mitzutragen. Stakeholderanalysen und eine klare Projektorganisation schufen die Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen und eine kontinuierliche Einbindung.
Denn neue Räume entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn ihre Funktionen verstanden werden und Mitarbeitende den Umgang mit ihnen im Alltag erproben können. Change wurde deshalb als integraler Teil der Projektentwicklung verstanden.
Der DACHSER Network Campus ist heute ein Ort, der von Offenheit geprägt ist. Transparenz, Zugehörigkeit und Professionalität werden spürbar, sobald man den Campus betritt.
Die Magistrale, die Anfang 2027 eröffnet werden soll, wird als verbindendes Element der Gebäude architektonisch zum Ausdruck bringen, was der Campus leisten soll: Mitarbeitende begegnen sich in unterschiedlichen Settings, vernetzen sich, arbeiten, lernen und kommen ins Gespräch. Intelligente Technologie, unterschiedliche Materialien und durchdachte Ausstattung unterstützen diese vielfältigen Nutzungen.
Die Wirkung des Campus entsteht dabei aus dem Zusammenspiel von Raum, Organisation und Menschen. Weil die Mitarbeitenden von Beginn an in die Entwicklung einbezogen wurden, können sie die neuen Möglichkeiten nicht nur nutzen, sondern mit Leben füllen.