Daimler EHO* Sindelfingen | Deutschland
Der Mensch im Zentrum der modernen Arbeitswelt

Wer kennt sie nicht, die Premiummarke mit den Stern? Die Daimler AG ist einer der weltweit führenden Anbieter in der Automobilindustrie. Das Werk in Sindelfingen, 20 km südwestlich von Stuttgart, ist das Kompetenzzentrum für die weltweite Produktion von Fahrzeugen der Ober- und Luxusklasse und Sitz der zentralen Produktionsorganisation von Mercedes-Benz Cars, dem Geschäftsfeld für die Pkw-Marken des deutschen Autokonzerns.

Um der aktuellen Wettbewerbssituation Stand zu halten und die Innovationskraft der MitarbeiterInnen dauerhaft zu zünden, plant die Daimler AG eine Vielzahl neuer Produkte und Produktionsstandorte. Im Zuge dieser Initiativen entsteht am Standort Sindelfingen ein neues Bürogebäude für rund 2.000 MitarbeiterInnen. Dieses Gebäude soll zum Engineering Hub an der Nahtstelle zwischen Entwicklung und Produktion werden.

Zeitraum

2016-2019

Fläche

47.300 m² BGF

Mitarbeiter_innen

1.960

Partizipation als Leitmotiv des Kulturwandels

Neben dem strategisch wichtigen Baustein Industrie 4.0 und der zunehmenden Automatisierung soll im Unternehmen auch noch in Zukunft der Mensch im Mittelpunkt stehen. Für das Gebäude 14 und den Campus EHO bildet diese Prämisse eine wesentliche Vorgabe – nicht nur für das gebaute Resultat, sondern auch für den Entwicklungsprozess der modernen Arbeitswelt. Die Konzeption der neuen Arbeitsumgebung geht weit über eine herkömmliche Büroplanung mit Benennung der Bedarfe, Möbelbemusterung und Layouterstellung hinaus. In Anlehnung an die Prinzipien des aktuellen Programms Leadership 2020 entsteht die neue Arbeitswelt hier agil und partizipativ, in Co-Creation mit allen NutzerInnen und Führungskräften. Dieser Prozess ist ein Exempel für einen Kulturwandel in der Zusammenarbeit, den die fertige Büroarbeitswelt noch stärker katalysieren soll.

Das Beste oder nichts

Frei nach dem Mercedes Marken-Slogan „Das Beste oder nichts.“ wurde mit dem Gebäude 14 im Werk Sindelfingen ein Leuchtturmprojekt geschaffen und erfolgreich eine Benchmark für die Entwicklung neuer Arbeitswelten bei Mercedes Operations etabliert. Die wesentlichen Grundgedanken einer modernen Bürolandschaft seitens der Daimler AG sind auf hohem Niveau erfüllt. Die vorab gesetzten Ziele auf räumlicher, kultureller und wirtschaftlicher Ebene wurden erreicht. Das Gebäude 14 ermöglicht eine Flexibilität in der Nutzung, es bringt Projekte zusammen, befeuert Kollaboration und Vernetzung und vor allem begeistert es die NutzerInnen!

Sabine Zinke
M.O.O.CON Projektleiterin

Das EHO ist ein Paradebeispiel, wie wirksam die konsequente Einbindung der MitarbeiterInnen in die Entwicklung einer neuen Arbeitswelt ist. Die ersten Evaluierungen zeigen, dass das neue Konzept gut angenommen wird und auch das Teilen von Arbeitsplätzen reibungslos funktioniert.

Wir haben sehr schnell erkannt, dass wir einen großen Sprung in eine ganz andere Art und Weise der Zusammenarbeit machen wollen. Das heißt, im EHO treffen zukünftig rund 2.000 Menschen aus unterschiedlichen Bereichen aufeinander, die sehr stark an Projekten arbeiten. Das Projekt soll im Mittelpunkt stehen, auf Kollaboration wird stark wert gelegt, so dass uns die Zusammenarbeit in andere Dimensionen bringt.

Florian Kotz, Gesamtprojektleiter Daimler

Erfolg ist kein Zufall

Der Erfolgsgarant im Projekt war die konsequente Verschränkung zwischen Gebäudeentwicklungs- und Partizipationsprozess. Bauliche- und Changemaßnahmen gingen Hand in Hand und sämtliche Stakeholder im Unternehmen wurden von Beginn an eingebunden. Das Top Management, das mit klaren Strategie- und Zielvorgaben ein Zukunftsbild und den Projektrahmen definierte. Das mittlere Management, das mit Engagement an ihrer neuen Führungsrolle arbeitete, und die 60-köpfige Nutzergruppe, die jedes Thema im Prozess über die gesamte Laufzeit begleitet, mitentwickelt, konkretisiert und vor allem weiter kommuniziert hat. Unser Planungspartner - Gensler, London - hat all diese Anforderungen in ein stimmiges Gesamtkonzept übersetzt und war so wichtiger Erfolgsfaktor.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Basierend auf Tätigkeitsanalysen und Bedarfserhebungen stehen den 1.960 MitarbeiterInnen im Haus 1.376 Schreibtische für die klassische Büroarbeit zur Verfügung. Darüber hinaus 120 unterschiedlich große Besprechungs- und Konferenzräume, 43 Projekthäuser für aktive Kollaboration, 132 sogenannte Think Tanks für konzentrierte Einzelarbeit bzw. vertrauliche Gespräche, plus zahlreiche weitere Arbeitsmöglichkeiten auf offener Fläche wie temporäre Arbeitsplätze und informelle Kommunikationsinseln. Eine auf diese hohe interne Mobilität abgestimmte IT und Medientechnik rundet das dynamische Arbeitskonzept ab.

Auch der Vorstandsbereich von Mercedes Operations ist in das Gebäude eingezogen und lebt ist integriert auf offener Fläche angeordnet. Die spezifischen Anforderungen sind mit einer eigenen Führungs- und Nutzergruppe aus diesem Bereich erarbeitet worden. Auch die anderen Sonderflächen im Haus wurden mit hohem Engagement interessierter ThemenspezialistInnen entwickelt: die agile Projektarena einer Entwicklungseinheit und die 3.400 m² große Werkstatt im Erdgeschoss, wo Fertigungsverfahren der Zukunft getestet und zahlreiche andere Innovationen der Premiummarke vorangetrieben werden. Selbst bei der Auswahl des an die Werkstatt angrenzenden Cafeteriabetreibers konnten Hobby-Baristas ihre geschmackliche Empfehlung abgeben.

 

 

Herbert Zitter
M.O.O.CON Projektleiter

In dem bereits fortgeschrittenen Prozess der Generalplanung war die Realisierung einer neu gedachten und designten Arbeitswelt eine besondere Herausforderung. Die hohe Priorität, die dem Thema Neue Arbeitswelt bei Daimler zugeordnet ist, ermöglichte eine dynamische Integration der Änderungen in den Gesamtprojektprozess.

Sharing is Caring

Abwechslungsreich sind auch die einzelnen Tagesabläufe der rund 2.000 MitarbeiterInnen. Nicht immer ist der Schreibtisch der beste oder einzige Ort, um die erforderlichen Aufgaben zu verrichten. Die Zukunft von Mercedes-Benz Cars wird fortan in einem tätigkeitsorientierten Arbeitskonzept gestaltet. Das heißt, daß die Anzahl der Schreibtische zu Gunsten anderer benötigter Arbeitsmöglichkeiten reduziert wurde und die MitarbeiterInnen frei wählen können, an welchem Ort sie bestmöglich arbeiten können. Die MitarbeiterInnen sind aber nach wie vor an sogenannte Homebases angedockt, die als funktionale Anlaufstellen mit Office Support und persönlichem Stauraum dienen. Das Activity Based Working-Konzept schafft nicht nur neue Möglichkeiten Arbeit zu organisieren, sondern beeinflusst auch das Mindset der MitarbeiterInnen. Denn: alle teilen alles und vieles wird anders.

Klarheit und Flexibilität als Gestaltungsprinzipien

Für den von HPP Architekten geplanten Neubau soll eine moderne Büroarbeitswelt partizipativ entwickelt und realisiert werden. Der Entwurf des Neubaus ist in seiner Struktur sehr klar und wirtschaftlich angelegt. Eine flexible Nutzung und die Unterteilung in funktionale Einheiten sind gewährleistet. Die offene Grundstruktur der Bürogeschosse ist durch die sogenannte Magistrale definiert. Diese horizontale und vertikale Erschließungsmöglichkeit bildet das vernetzte Rückgrat auf jedem Geschoss. Um diese kommunikativ strukturierten Boulevards ordnen sich, der Fassade entlang, die hellen Büro- und Kollaborationsbereiche für Einzel- und Zusammenarbeit. Dieses Grundkorsett der Gebäudekonzeption ergänzte unser Planungspartner Gensler (London) mit einer schwungvollen Innenraumgestaltung. Die Grenzen zwischen den Zonen Connect (Magistrale), Collaboration (Projekt- und Besprechungsräume) und Operate (Desk Bereiche) sind fluide, das Bewegen über die Geschosse entsprechend abwechslungsreich und inspirierend.

Projektteam

Haben Sie noch Fragen, dann kontaktieren Sie uns am besten gleich!

Christoph Müller-Thiede

Sabine Zinke

Caroline Sturm

Herbert Zitter

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