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11.5.2021

Gesunde Räume: Minimierung des Infektionsrisikos im Büro

Tags: Arbeitswelten verändernCorona-KriseWELL Building

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Ein Jahr Pandemie hat uns alle besonders darauf sensibilisiert, eine Virusinfektion möglichst zu vermeiden – im privaten wie auch im beruflichen Bereich. Für Unternehmen mit Bürostandorten wird es essenziell sein, auch nach der Pandemie das Thema physische Gesundheit der Mitarbeitenden nicht aus den Augen zu verlieren. Es gilt ein Gefühl von Sicherheit zu erzeugen und für ein möglichst geringes Infektionsrisiko im Büro zu sorgen.

In diesem Artikel veranschaulicht unsere Expertin Katharina Schwalbe, die Infektionswege im Büro und erläutert wie man das Infektionsrisiko gering hält.

Der Weg des Virus

Schmierinfektion (über Oberflächen)

Die ausgestoßenen Partikel können sich auf Handflächen, Türklinken, Tischen, etc. absetzen, von wo aus sie ihren weiteren Weg nehmen.

Eine Schmierinfektion kann relativ einfach durch Händewaschen (oder desinfizieren) und der täglichen Reinigung von berührungsintensiven Oberflächen vermieden werden.

Tröpfcheninfektion (über die Luft)

Der Infektionsweg über die Luft ist etwas komplexer und schwieriger zu kontrollieren. Als Hauptübertragungsweg von Covid-19 haben wir diesen im letzten Jahr besonders gut kennengelernt.

Größere ausgestoßene Partikel (Tröpfchen) können mehrere Viren oder Bakterien enthalten, sinken aber schnell zu Boden. Ein Sicherheitsabstand zueinander schützt also vor diesen größeren Tröpfchen. Kleinere Partikel (Aerosole) enthalten zwar weniger Viren oder Bakterien, können sich aber aufgrund ihres geringen Gewichts im gesamten Raum verteilen.

Katharina Schwalbe, Consultant bei M.O.O.CON

Um den Infektionsweg über Aerosole in der Luft möglichst auszuschließen, kann an mehreren Stellschrauben gedreht werden. Wichtig ist dabei, auf die jeweilige Raum- und Nutzungssituation einzugehen. Eine „one fits all“-Lösung gibt es nicht.

In Bezug auf die Tröpfcheninfektion in Büros sind mehrere Einflussfaktoren zu betrachten:

  • Neubau oder Bestand
  • Lüftungsanlage oder Fensterlüftung
  • Raumstruktur
  • Luftvolumen
  • Personenanzahl
  • Aufenthaltsdauer
  • Tätigkeit (Kommunikationsform und -dauer)

Szenario 1: Im Bestandsgebäude ohne Lüftungsanlage

Ist keine Lüftungsanlage vorhanden, die den Luftaustausch im Raum kontrolliert, müssen RaumnutzerInnen durch das Öffnen von Fenstern für frische Luft sorgen.

Sogenannte Lüftungsampeln können helfen, zur richtigen Zeit an das Lüften erinnert zu werden. Sie schlagen an, wenn die Aerosolkonzentration zu hoch wird.

Szenario 2: Im Neubau mit Lüftungsanlage

Beim Planen eines Neubaus sollte das gesamte Gebäude in das Lüftungskonzept miteinbezogen werden. Die Fragen, die man sich stellen sollte sind:

Wo werden sich mehrere Menschen gleichzeitig aufhalten (Eingangsbereiche, Verkehrswege, etc.)? Wo wird vorraussichtlich miteinander gesprochen (Meetingräume, Lounge und Cafébereiche, etc.)? Wo wird es eventuell besonders eng (Aufzugsvorräume, etc.)?

Folgende technische Details sind bei der Konzeptionierung der Lüftungsanlage zu berücksichtigen:

  • Die Frischluftzufuhr muss 100 % von außen kommen.

  • Es braucht eine klare Trennung zwischen Zu- und Abluft.

  • Der Luftwechselrate kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie gibt an, wie oft das gesamte Luftvolumen eines Raumes innerhalb einer Stunde ausgetauscht wird und ist an die Raumgröße, die prognostizierte Personenanzahl, die Tätigkeit und die Aufenthaltsdauer anzupassen.

  • Der Einsatz von Volumenstromreglern (= automatische Anpassung der Luftwechselrate) ist vor allem in kommunikations- und bewegungsintensiven Räumen oder Räumen mit starken Schwankungen in der Nutzungsdauer und Personenanzahl sinnvoll.

  • Natürliche Luftströmungsrichtungen sind zu unterstützen. Das heißt die Zuluft wäre im Boden zu verankern, die Abluft in der Decke.

  • Es sollte auf möglichst kurze Wege zwischen Zu- und Abluft (direkte Absaugung, keine Verteilung der Luftmassen im Raum) geachtet werden.

  • Möglichst alle Räume und Flächen sollten an die Lüftungsanlage angeschlossen werden – auch Mittelzonen und Fokusboxen beispielsweise.

Unser Verhalten ist der größte Hebel

Neben all den technisch möglichen Maßnahmen, ist schlussendlich immer noch unser Verhalten der größte Hebel zur Minimierung eines Infektionsrisikos. Organisatorische und kulturelle Maßnahmen sind daher genauso entscheidend. Bleiben kranke KollegInnen zuhause und sind Hygiene, wie zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen, und ein durchdachter Reinigungsplan, etabliert, können bereits viele Gefahrenpotenziale ausgeschaltet werden.

Für den Fall einer erhöhten Virenlast in der Bevölkerung (Pandemie, Epidemie, aber auch Grippezeit o.a.), empfehlen wir ein Konzept zum schnellen Hochfahren von Maßnahmen zu entwickeln. Es kann bei Bedarf dann einfach aus der Schublade gezogen werden, enthält Verhaltensregeln (Maske, Abstand, Zuhausebleiben) und Teststrategien und regelt den „remote“-Bürobetrieb.

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