Steuern mit Methode

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Zum Abschluss unserer Blogserie möchten wir weitere, vielfach bewährte Werkzeuge an die Hand geben, die unsere Projektmanagement-Toolbox komplettieren. Planung als Prozess zu verstehen, bedeutet Pläne als Kommunikations- und Entscheidungsmittel aufzufassen. Daher schätzen wir die folgenden Methoden und Prinzipien als ergänzende Werkzeuge innerhalb des hybriden Gesamtprozesses:

Target Costing – Bester Preis bei optimaler Qualität

Marktorientiertes Zielkostenmanagement ist ein aus Japan stammendes Instrument der Unternehmensführung. Es analysiert subjektive Kundenwünsche, um zu ermitteln, welche Kosten ein Objekt (zukünftig) auslösen darf und welche Bedeutung einzelnen Objekteigenschaften beigemessen wird.

Target Costing (Quelle: Lean Ingenieure)

 

Auf dieser Basis ergeben sich Zielkosten für Bauelemente, die in der Regel so niedrig bemessen werden, dass ihre Einhaltung erhebliche Anstrengung erfordert. Denn nur so ist sichergestellt, dass Kosten als Anreiz für innovative Lösungen betrachtet werden.

Im Baubereich besteht das Ziel des Target Costing darin, Lebenszykluskosten zu reduzieren, ohne die optimale Erfüllung der Kundenanforderungen zu gefährden.

Es gilt daher:

  • PlanerInnen früh mit Kostenauswirkungen und -rückmeldungen zu konfrontieren

  • Anreize für die Unterbietung der Zielkosten zu setzen

  • eine Kostenreduktion durch Veränderung des Bauumfangs oder der Bauqualität zu unterbinden

Set-based Design – Vorsprung durch Entscheidungsverzögerung

Das Prinzip des japanischen Autoherstellers Toyota ermuntert uns dazu, Entscheidungen möglichst lange hinauszuzögern und damit (Design) Optionen offenzuhalten. Das ist insofern von Vorteil, als die Anzahl der Alternativen zu- und die Wahrscheinlichkeit von Rückschlägen durch negative Iterationen abnimmt.

Prinzip des Set-Based Design (Quelle: Scaled Agile Inc.)

 

Auch in der Konzeption von Gebäudeelementen ist es kaum möglich, alle Auswirkungen, die mit der Entscheidung für ein Element verbunden sind, unmittelbar zu erfassen. Daher müssen wir bemüht sein, die Entscheidung bis zur Klärung nachfolgender Fragen hinauszuzögern.

Das bedeutet natürlich nicht in Varianten zu planen, sondern zu konzeptionieren – und damit verschiedene Optionen offen zu halten.

Choosing by advantages – Entscheidungsfindung ohne subjektive Gewichtung

Entscheidungen werden in der Regel mittels (subjektiver) Gewichtung einzelner Kriterien getroffen. Choosing by advantages (kurz: CBA) entkoppelt diesen Prozess vom Abwägungsdilemma – da Faktoren wie Wirtschaftlichkeit, Ästhetik oder Funktionalität nicht mehr gegeneinander abgewogen werden. Die Entscheidung erfolgt vielmehr auf Basis bewerteter Vorteile verschiedener Varianten. Damit wird der Auswahlprozess von Machtfragen und persönlichen Wünschen entkoppelt.

Ablauf der Entscheidungsfindung mit CBA (Quelle: Lean Ingenieure)

 

Im Lean Management kommt die von Bauingenieur Jim Suhr entwickelte Methode regelmäßig zum Einsatz.

Auch wenn die Anwendung Schulung und Erfahrung benötigt, eignet sich die Methode hervorragend, um den besten Ansatz eines Sprints (siehe Teil 4) zu identifizieren.

Mit diesen Methoden und unserem hybriden Gesamtprozess ausgestattet, werden selbst komplexeste Bau- und Immobilienprojekte effektiv, effizient und zur Zufriedenheit aller Projektbeteiligten steuerbar. Probieren Sie’s aus – und nutzen Sie die zahlreichen Vorteile, die modernes Projektmanagement bietet!

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