Sozialversicherung der Selbständigen* Wien | Österreich
Partnerschaftliche Kultur sichert Bestellqualität

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Nachdem klar war, dass die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) den Weg der Generalsanierung des Bestandsgebäudes gehen wird, unterstützten wir unsere Auftraggeberin dabei eine höchstmögliche Bestellqualität im Beschaffungsprozess und in weiterer Folge in der Umsetzung sicherzustellen. Mit unserer Erfahrung aus Kundenprojekten wie beispielsweise der Post am Rochus oder dem Smart Campus der Wiener Netze wissen wir genau, worauf es bei öffentlich-rechtlichen Aufträgen ankommt.

Der Weg zu einer hohen Bestellqualität

Als öffentlich-rechtliche Institution unterliegt die SVS dem österreichischen Bundesvergabegesetz. Um eine möglichst hohe Kosten- und Terminsicherheit auf Basis klar definierter Qualitäten zu gewährleisten und die Bauausführung erwartbar und effizient zu gestalten, entschied sich unsere Auftraggeberin für die Vergabe eines sogenannten "Generalunternehmer-Plus-Auftrags".

Wir beschäftigten uns folglich nicht nur mit den Rechts- und Verfahrensgrundlagen, sondern auch intensiv mit den Voraussetzungen für eine hohe Bestellqualität als elementare Grundlage für diesen Prozess.

Wie muss der Prozess von der Ausschreibung bis zum Ende der Bauphase gestaltet sein, damit die SVS die gewünschte Qualität und Sicherheit erhält?

Die Antwort lieferte das Abwicklungsmodell "Generalunternehmer Plus" (GU+), bei dem die Gesamtverantwortung für Ausführungsplanung und Umsetzung des Bauprojekts in einer Hand liegt. Der wesentliche Unterschied zu einem üblichen Generalunternehmer-Modell liegt in der Planungsphase: Der zuvor ausgewählte Generalplaner verantwortet Vorentwurf, Entwurf und Einreichplanung. Die Ausführungsplanung liegt jedoch bereits beim Generalunternehmer Plus. Der Generalplaner wechselt in weiterer Folge seine Rolle und sorgt an der Seite der Auftraggeberin bzw. des Auftraggebers für die Qualitätssicherung in der Ausführungsphase.

Dirk Agsten, M.O.O.CON Projektleiter

Das GU+ Modell bildet die Grundlage für das Entstehen einer Vertrauensorganisation an der Nahtstelle zur Auftraggeberin. Das ist ein essenzieller Faktor für hohe Bestellqualität, die partnerschaftlich im Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden kann.

Die Basis für die funktionale EU-weite Ausschreibung bildete ein von uns erstelltes Nutzerbedarfsprogramm, das die Gebäudequalität bis ins Detail beschrieb. Die Generalplaner von ATP Wien und Hinterwirth Architekten ZT lieferten auf dieser Grundlage die Ausschreibungsplanung. Bereits im Vergabeverfahren wurden die Organisationskonzepte zur Ausführungsplanung und Ausführung bei den BieterInnen als Qualitätskriterium abgefragt. 

Die Corner Stones einer funktionierenden Projektkultur: Vertrauen und Kooperation

Eine Projektkultur kann man nicht anordnen – man muss sie sich erarbeiten. Die Weichen dafür stellten wir schon sehr früh im Projekt: nämlich in einer Partnering-Phase mit den besten BieterInnen.

Hier wird nicht nur geplant und verhandelt. So lernt man einander auch direkt kennen und bekommt die nötige Sicherheit, sich für das richtige Angebot, den richtigen Partner zu entscheiden. 

Dirk Agsten, M.o.O.CON Projektleiter

Funktionale Ausschreibungen: Hohe Preissicherheit und Flexibilität in der Umsetzung

Auftraggeberin, Generalplaner und zukünftiger Generalunternehmer Plus haben in der Partnering-Phase die Möglichkeit das "Gesamt-Soll" des Projekts zu besprechen. Die in der Ausschreibung funktional beschriebenen Gebäudequalitäten sorgen zudem dafür, dass BieterInnen ihre Angebote nicht leistungsbezogen, sondern anforderungsbezogen gestalten müssen. 

Der gewählte Verfahrensprozess minimiert die Risiken für einen öffentlich-rechtlichen Auftraggeber, der dazu verpflichtet ist, verantwortungsvoll mit seinen Ressourcen umzugehen. Bis zum Vertragsabschluss wurden alle preiswirksamen Eventualitäten abgearbeitet. So konnte die SVS guten Gewissens in die nächste Phase gehen.

Berthold Hofbauer, Vergaberechtsjurist Heid und Partner Rechtsanwälte

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