ÖAMTC* Wien | Österreich
So bekommt ein Gebäude Identität

Dieser Beitrag ist Teil des Projekts

ÖAMTC – Vom Automobil- zum Mobilitätsclub

Schon 2012, ein Jahr vor dem Generalplanerwettbewerb, waren 80 MitarbeiterInnen aus allen Abteilungen des Clubs dabei ein sogenanntes Moodboard (eine Bild- und Wortwelt) als Grundlage für den Architekturwettbewerb zu erstellen. Mit diesem Moodboard (siehe Foto) brachte der ÖAMTC zum Ausdruck, welche Werte ihm wichtig sind, was die Organisation vereint, wofür das Unternehmen steht und wie sich das Selbstbild darstellt.

ÖAMTC MitarbeiterInnen schreiten zur Tat

Um die im Moodboard skizzierten Werte tatsächlich in den Architekturplänen zu integrieren, brauchte es auch neue Kommunikations- und Entscheidungswege. Die MitarbeiterInnen wurden daher nicht nur auf der inhaltlichen Ebene in den Planungsprozess eingebunden, sie übernahmen auch organisatorische Funktionen und waren in Entscheidungsprozesse integriert. Führungskräfte, genauso wie KollegInnen ohne Führungspositionen, agierten als FlächenplanerInnen, PlanfreigeberInnen, IT-PlanerInnen und Umzugsverantwortliche.

Ergänzt um ein detailliertes Raum- und Funktionsprogramm war das Moodboard die perfekte Grundlage für den Wettbewerbsbeitrag des Architekturbüros Pichler und Traupmann – das Sieger-Konzept wurde in allen Details 1:1 umgesetzt.

Peter Hirner
M.O.O.CON Projektmanager für den Bereich Arbeitswelten verändern

Partizipation ist ein Prozess, der gestaltet und gemanagt werden will. Wir machen gezielt einen Handlungsspielraum auf, der Freiheiten mit sich bringt, aber auch Leitplanken braucht.

Gebäude und Services richten sich ganz nach den Bedürfnissen der NutzerInnen

Aufbauend auf dem Architekturkonzept verfeinerten wir gemeinsame mit den NutzerInnen der unterschiedlichen Bereiche wie technischer Stützpunkt, Reisebüro, Restaurant, Büroetagen oder Heliport den Bedarf. MitarbeiterInnen definierten gemeinsam Ziele und Werte, aus denen ein maßgeschneidertes Konzept für Ihre jeweilige, zukünftige Arbeitswelt abgeleitet wurde. Workshops und Studienfahrten sowie das Experimentieren in

Pilotflächen ermöglichten es dem ÖAMTC-Team gemeinsam mit M.O.O.CON, dem Architekturbüro und dem Totalunternehmen eine Unternehmenszentrale nach seine Wünschen zu realisieren: Ein Begegnungs- und Servicezentrum, das die Bedürfnisse des Clubs und seiner Mitglieder optimal erfüllt.

Maria Tüchler, Qualitäts- und Prozessmanagerin im Callcenter

© Julia Stix

Maria Tüchler, Qualitäts- und Prozessmanagerin im Callcenter

"Ich war von Anfang an aktiv im Planungsprozess involviert. Wir haben Vorschläge gemacht, die die Architekten dann übernommen haben. Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Besonders überrascht hat mich die wirklich überdurchschnittlich gute Akustik – und das, obwohl hier in Spitzenzeiten bis zu 148 Leute gleichzeitig telefonieren und wir im Durchschnitt mehr als 6300 Anrufe pro Tag annehmen."

Roland Kiefer, Anzeigenberater ÖAMTC Magazin Auto Touring

© Julia Stix

Roland Kiefer, Anzeigenberater ÖAMTC Magazin Auto Touring

"Ich war Flächenplaner und habe gemeinsam mit einem Kollegen unsere Interessen vertreten. Dadurch war ich schon von Anfang ins Projekt involviert. Ich habe diese Aufgabe als sehr spannend empfunden – nicht nur, weil das eine Abwechslung zu meinem Alltag war, sondern auch, weil ich auf diese Weise mitreden und mitplanen konnte. Ich muss gestehen: Einige Kollegen hatten Bedenken, was das offene Büro betrifft. Aber heute sehen wir, dass es gut funktioniert. Und was die Architektur betrifft, so kann ich das mit einem einzigen Wort zusammenfassen: Wow!"

Wie lässt man den Automobilclub zurück und wird zum Mobilitätsclub?

Die neue ÖAMTC Unternehmenszentrale ist der Beweis: Ein partizipativ ausgerichteter Planungs- und Errichtungsprozess neuer Gebäude bringt große Chancenpotenziale für Unternehmen und MitarbeiterInnen mit sich. Der ÖAMTC hat es durch die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Bedürfnissen geschafft, einen Schritt in der nach wie vor laufenden Organisations- und Kulturerneuerung zu verwirklichen.

ÖAMTC Mitarbeiter_Innen bei der Arbeit. Die aktive Teilnahme am Planungs- und Bauprozess war wichtiger Teil des Gesamtprojekts. © Toni Rappersberger

 

Entscheidend war, dass man von Beginn an alle Ziele, Leitbild und Werte, aber auch die gesamten Anforderungen an den Betrieb definiert hat. Das spiegelt sich in einem ganzheitlichen Ergebnis wider.

Karl Friedl, M.O.O.CON Geschäftsführer

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