Der Auslöser war klar: Der bisherige Bürostandort in Himberg sollte abgerissen werden. Was zunächst wie eine Herausforderung wirkte, wurde zur Möglichkeit, die eigene Arbeitswelt von Grund auf neu zu denken. Für rund 65 Mitarbeiter:innen aus Verwaltung, Innendienst und Sales wurde ein neuer Standort im Süden Wiens gesucht, gut erreichbar für alle, die bisher aus dem Umland nach Himberg gependelt waren.
Vor der Objektsuche, stand ein partizipativer Prozess im Mittelpunkt. Gemeinsam mit einer Nutzer:innengruppe aus Mitarbeiter:innen und Führungskräften aller Ebenen wurde das zukünftige Arbeitskonzept entwickelt. Zwei Fragen standen im Mittelpunkt: Wie wollen wir künftig arbeiten und welche Räume und Ressourcen brauchen wir dafür?
Die Führungskräfte definierten dabei bewusst nur die Leitplanken. Das „Wie“ wurde gemeinsam entwickelt. So entstand ein klares Bild der künftigen Arbeitsprinzipien, von offenem Wissensaustausch über abteilungsübergreifende Zusammenarbeit bis hin zu Fokus und Vertraulichkeit, dort wo es notwendig ist. Auf Basis einer detaillierten Tätigkeitsanalyse und einem daraus abgeleiteten Modulkatalog wurde der konkrete Flächenbedarf ermittelt: ca. 1.000 - 1.100 m², ausgelegt für Wachstum auf bis zu 85 Arbeitsplätze.
Wirksame Arbeitswelten verbinden Austausch und Rückzug. Fokusboxen ermöglichen konzentriertes Arbeiten dort, wo Offenheit den Arbeitsalltag prägt. © M.O.O.CON | Foto: Walter OberbrambergerMit klaren Kriterien wurde aus einer Longlist eine strukturierte Shortlist entwickelt. Nach mehreren Objektbesichtigungen fiel die Entscheidung auf das myhive Urban Garden am Wienerberg. Ein kernsaniertes Bestandsgebäude, eingebettet in eine begrünte Terrassenlandschaft mit Balkonen und Blick ins Naherholungsgebiet und mit einem klaren Nachhaltigkeitsprofil. Für ein Unternehmen, das Kreislaufwirtschaft als Kerngeschäft lebt, war das mehr als ein praktischer Vorteil. Es war eine Frage der Haltung.
Auf Basis des gemeinsam entwickelten Modulkatalogs und in Anlehnung an das Corporate Design von FCC Austria wurde das Farb- und Materialkonzept sowie der gesamte Möbelkatalog entwickelt. Mehrere Möbellieferanten wurden eingeladen, ein Angebot zu legen. Die Entscheidung fiel auf BENE, ein österreichischer Möbelproduzent, der neben Qualität auch durch lokale Wertschöpfung und kurze Lieferketten überzeugte.
Die entwickelten Module fügten sich dabei passgenau in die Struktur des Bestandsgebäudes ein. Das Ergebnis ist eine offene Bürolandschaft, die Austausch und Zusammenarbeit fördert und gleichzeitig so gegliedert ist, dass Kleinteiligkeit entsteht: mit Rückzugsmöglichkeiten für fokussiertes und konzentriertes Arbeiten, direkt dort, wo sie gebraucht werden.
Ein besonderes Detail ist der eingesetzte Bürodrehstuhl EQUO. Seine Komponenten sind vollständig in Europa rückverfolgbar und einzeln austauschbar. Kreislaufwirtschaft wird damit nicht nur im Geschäftsmodell sichtbar, sondern auch im täglichen Arbeiten im Büro.
Fast ein Jahr nach dem Einzug zeigt sich deutlich, dass das Konzept trägt. Die Mitarbeiter:innen kommen gerne ins neue Büro. Eines der zentralen Ziele, das die Führungskräfte von Anfang an formuliert hatten. Die Befürchtung, durch den Standortwechsel Mitarbeiter:innen zu verlieren, hat sich nicht bewahrheitet. Lediglich eine Person hat das Unternehmen infolge des Umzugs verlassen. Die Führungskräfte leben das neue Konzept aktiv vor und sind heute Vorbilder dafür, wie die neue Arbeitswelt bei FCC Austria funktioniert.
