Vorprüfung und Jury: Den Beitrag mit dem besten Potenzial finden

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Egal welcher Verfahrensart Sie den Vorzug geben: Zur Vorbereitung der Juryentscheidung prüft und analysiert die Vorprüfung die eingereichten Wettbewerbsarbeiten und sorgt damit für einen reibungslosen Ablauf der Jurysitzung.

Die Wettbewerbsarbeiten werden formal auf fristgerechte Einreichung, Vollständigkeit, Anonymität sowie Einhaltung zwingender Kriterien geprüft und der Erfüllungsgrad der qualitativen und quantitativen Anforderungen beschrieben. Die Ergebnisse werden in Form eines Vorprüfberichts aufbereitet. Dies ermöglicht den Jurymitgliedern einen schnellen, wertungsneutralen und umfassenden Überblick über entscheidungsrelevante Aspekte sowie die Differenzierungsmerkmale der Wettbewerbsarbeiten. 

Unsere Vorprüfung umfasst qualitative und quantitative Kriterien, die auf die jeweilige Aufgabenstellung abgestimmt sind, beispielsweise:

  • Berücksichtigung städtebaulicher und baulicher Rahmenbedingungen
  • Erschließung und Logistik
  • Funktionale Lösung
  • Nachhaltigkeit und Energieeffizienz (Energiebedarf/ Energieverbrauch, Komfort, Haustechnikkonzept)
  • Wirtschaftlichkeit (Flächenverbrauch, Investitionskosten, Lebenszykluskosten)
  • Ermittlung und Vergleich von Kennzahlen


Nur so schaffen wir eine übersichtliche Struktur, die die eingereichte Lösung objektiv und im Gesamtbild aller Wettbewerbsbeiträge vergleichbar macht und sicherstellt, dass Fach- und SachpreisrichterInnen optimal unterstützt werden.

Die Jury

Als Verfahrensorganisation helfen wir auch, eine geeignete Jury zu wählen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe braucht viel Fingerspitzengefühl. Es gilt, ExpertInnen für alle Bereiche der Aufgabenstellung zu finden. Darüber hinaus braucht es FachpreisrichterInnen, die ein offenes Ohr für die Anforderungen des bzw. der BauauftraggeberIn haben und die bereit sind, sich auch auf einfache Fragen einzulassen und ihr Wissen verständlich zu teilen. Eine gute Jury muss in der Lage sein, den bzw. die fachlich unversierten AuftraggeberIn auf eine Reise durch die Wettbewerbsbeiträge mitzunehmen und die Vor- und Nachteile verständlich darzulegen. 

Projektbeispiel Axel Springer SE
Symbolträchtiges Juryzelt: Genau dort, wo das geplante Gebäude heute steht, wurde ein Zelt für die Vorprüfung errichtet. Hier konnten die Jurymitglieder mitten in Berlin die Entwürfe begutachten und sich direkt Vorort ein Bild der Lage machen

Durch eine gute und ganzheitliche Vorbereitung werden die SachpreisrichterInnen – meist Mitglieder der AuftraggeberInnen-Organisation – dazu befähigt, auf Augenhöhe mit den FachpreisrichterInnen zu diskutieren. Genauso kann es wichtig sein, dass ExpertInnen bzw. SpezialistInnen dabei sind, um Fachaspekte zu erläutern oder Konsequenzen von Entscheidungen aufzuzeigen. 

Als Verfahrensorganisation sorgen wir durch einen gemeinsamen Start für gegenseitiges Vertrauen und eine ungezwungene Kommunikation. Zu Beginn sollte der bzw. die AusloberIn, ergänzend zum Briefing, noch einmal persönlich auf den Punkt bringen, was ihm wichtig ist – er sollte also das große WOZU abstecken und so einen Rahmen für die Bewertung aufspannen.

Vielfältige Blickwinkel und Meinungen und eine Entscheidungsfindung, die alle berücksichtigt - das zeichnet eine gute Jurysitzung aus.
Jurysitzung zum Architekturwettbewerb für den Neubau der WAZ Mediengruppe, Fotograf Ulrich von Born

Nachdem der Vorsitz gewählt ist, führt dieser durch den Prozess. Auf dem Weg zur Entscheidung stehen wir dem bzw. der BauauftraggeberIn beratend zur Seite und unterstützen ihn bzw. sie mit für die Aufgabenstellung relevanten Daten und Fakten für eine fundierte Entscheidungsfindung.  Eine Entscheidung, die alle zuvor als wichtig definierten Aspekte berücksichtigt: Aspekte des Städtebaus, der Ästhetik, der Funktionalität und der Nachhaltigkeit. So wird das beste Ergebnis durch einen Austausch auf Augenhöhe ermittelt.

Gute Briefing- und Wettbewerbsunterlagen sorgen für einen Diskurs auf Augenhöhe - eine maßgebliche Voraussetzung, um den besten Entwurf zu ermitteln.
Jurysitzung zum Architekturwettbewerb für den Neubau der WAZ Mediengruppe, Fotograf Ulrich von Born

Die Themen der Vorprüfung sind vielfältig und richten sich nach den Anforderungen des bzw. der AuftraggeberIn. Sie zeigen die quantifizierbaren und qualifizierbaren Unterschiede der einzelnen Einreichungen. Während Kostenschätzungen die Leistbarkeit der Entwürfe zeigen, so geben Qualitätskategorien Aufschluss über Funktionen und Nachhaltigkeit. Eine gute Vorprüfung ist maßgebliche Grundlage für eine faire und ganzheitliche Diskussion in der Jury.

Gebäudelogistik

Prinzipielle Zu- und Abfahrtsituationen auf ein Gelände, aber auch Erschließungsprinzipien innerhalb eines Campus oder eines Gebäudes können hier herausgearbeitet werden.

Typologie

Unterschiedliche Herangehensweisen haben eventuell bestimmte  immanente Vor- bzw. Nachteile. Diese können an einer Typologie diskutiert werden, treten aber bei allen vergleichbaren Wettbewerbsbeiträgen auf,  z. B. der Vergleich einer H-Struktur mit einer Blockrandbebauung.

Nutzungskonzept

Die Einhaltung zentraler Vorgaben für das Kerngeschäft wie die Maschinenaufstellungen für die Produktion, Prinzipien für die Zusammenarbeit aus dem Bürokonzept oder die Zonierung von Bildungsclustern zur Unterstützung des pädagogischen Konzeptes bei Schulen werden hier dargestellt. 

Lebenszykluskosten

Im Rahmen von Wettbewerben können erste Aussagen nicht nur zu den Investitions-, sondern auch zu den Folgekosten abgeschätzt werden. Vor allem Kosten, die aus entwurfsimmanenten Elementen kommen, sind in dieser Phase relevant. Hier geht es um eine Aussage zur Budgetkonformität und darum, dem bzw. der  AuftraggeberIn Entscheidungssicherheit zu geben. 

Nachhaltigkeitskriterien

Hier werden die Ergebnisse von Prüfungen zu einzelnen Nachhaltigkeitskriterien dargestellt. Dies können Berechnungen zu Energieverbrauch oder Emissionen sein, aber auch die Qualität der natürlichen Belichtung.

Kennwerte zum Vergleich

Hier werden die wesentlichen quantitativen Parameter zu Flächen- oder Kostenwirtschaftlichkeit über alle Wettbewerbsbeiträge zusammenfassend dargestellt.

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