10.7.2019

Über Organisationskultur und Growth Mindset

Jörg Blunder ist VP Organizational Culture, Coca-Cola European Partners. Er hat im Rahmen des Corporate Culture Jam am 29./30.10.2019 in Frankfurt/M. die Keynote zum Thema "Organisational Culture - der Wettbewerbsvorteil" gehalten. Im Vorfeld des Events sprach Sabine Zinke, Senior Consultant  & Workplace Expertin, mit ihm über Purpose, Growth Mindset und Unternehmenskultur.

Welche Rolle spielt der Purpose in der Corporate Culture von Coca-Cola European Partners?
Unser Purpose steht im Zentrum unserer kulturellen Reise und spielt seit dem Merger vor rund drei Jahren eine wichtige Rolle. Dabei sind wir bestrebt, eine starke und durchgängige Identifikation innerhalb des Unternehmens zu erzeugen. Wir animieren alle MitarbeiterInnen in die Diskussion, was der Purpose für ihre Rolle innerhalb unserer Organisation bedeutet und welchen Einfluss sie nehmen können. In allen Funktionen und auf allen Ebenen. Dementsprechend haben wir einfache und universell verständliche „Ways of Working“ (WoW) definiert, die auf den Purpose einzahlen und das gewünschte Verhalten in der täglichen Arbeit skizzieren. Die täglichen WoW Momente in der internen Zusammenarbeit mit unseren Kolleginnen und mit unseren Kunden, Lieferanten, Communities spielen eine essentielle Rolle in der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie.

Du bist VP Organizational Culture und  in deiner Rolle verantwortlich für die Etablierung eines Growth Mindsets - was bedeutet für Dich Purpose-driven?
Coca-Cola European Partners ist in 13 europäischen Ländern mit rund 23.500 MitarbeiterInnen aktiv, wobei wir erst seit drei Jahren gemeinsam als eine paneuropäische Organisation auftreten. Wir sind also ein verhältnismäßig junges Unternehmen. Durch die Zusammenführung der vormals drei eigenständigen Coca-Cola Abfüllunternehmen, mit unterschiedlichen Eigentümerstrukturen, die eine starke Auswirkung auf die jeweiligen Kulturen hatte, war uns von Anfang an wichtig, etwas Verbindendes zu definieren und gleichzeitig die lokale Vielfalt zu reflektieren und zu respektieren. Bei der Definition von unserem Purpose und unseren „Ways of Working“ haben wir rund 100 Mitarbeiterinnen unterschiedlicher Ebenen, Funktionen und Nationalitäten eingeladen mitzuarbeiten. Dann haben wir uns unter der Brand ‚Accelerate Performance‘ in den letzten drei Jahren darauf fokussiert, alle Mitarbeiter auf die Reise mitzunehmen und einen „Breakthrough Mindset“ zu erzeugen

Pur? oder Pose? braucht es beides?
Betreibt man einen Kulturprozess, weil es gerade in Mode ist oder in Managementlehrbüchern empfohlen wird und delegiert man die Steuerung als eine von vielen Aufgaben an eine Stabstelle, ohne echte Unterstützung der Geschäftsführung, dann kann das von vielen Mitarbeitern als reine Pose interpretiert werden. Pur bedeutet hingegen, dass es ein echtes Commitment gibt, dass es der Unternehmensführung ein authentisches Anliegen ist, Kultur nachhaltig in die Organisation einzubringen und zu verankern. HR kann dabei unter anderem auf Geschäftsführungsebene darauf einwirken,  einen “Sense of Urgency” für das Thema zu schaffen bzw. Klarheit herzustellen, warum die (Weiter-) Entwicklung der Unternehmenskultur wichtig ist und einen entscheidenden Erfolgsfaktor für das Unternehmen darstellt.

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