16.3.2021

Warum wir uns für die Digitalisierung der Bauwirtschaft stark machen

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Die Plattform „Digital Findet Stadt“ bietet seit September 2020 ein vielfältiges Innovationsangebot für den Bau- und Immobiliensektor Österreichs. Hinter ihr steht ein Netzwerk aus über 300 Unternehmen, Interessenvertretungen und Forschungsinstituten, das vielversprechenden Innovationsvorhaben zur Marktreife verhilft und KMU aus der Branche stärkt.

Warum wir Mitinitiatoren der Plattform sind und welche Innovationsprojekte wir aktuell mitgestalten lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

ANSPRUCH VON DIGITAL FINDET STADT

KMU stärken und vernetzen und damit Innovationskraft vorantreiben

Die Bau- und Immobilienbranche in Österreich gilt im Bereich der Digitalisierung noch immer als Schlusslicht. Schätzungen zufolge lässt sich die Produktivität durch die Digitalisierung um rund 20 bis 30 Prozent steigern1. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Branche an einem Strang ziehen. Vor allem KMU haben nur selten die erforderliche Investitionsstärke, um sich an Innovationsprozessen zu beteiligen. Dies zu ändern, hat sich die Innovationsplattform Digital Findet Stadt zur Aufgabe gemacht.

An der Nahtstelle von Forschung und Industrie bringen wir Planung, Bau und Betrieb an einen Tisch und verhelfen guten Ideen zur Marktreife. Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse auch wirklich in der Branche zum Einsatz kommen, werden sie direkt in österreichischen Bauprojekten pilotiert und der Branche über unsere Akademie und in unserem Digital Building Demonstration Lab in aspern Seestadt zugänglich gemacht.

Dr. Steffen Robbi, Geschäftsführer von Digital Findet Stadt

M.O.O.CON Projekte bei Digital Findet Stadt:

Zusammenarbeit mit openBIM und As-built-Modelle

Das Potenzial von openBIM:

Gesteigerte Transparenz und Zeit- sowie Kostenersparnis im Lebenszyklus

Ziel des Projekts „Zusammenarbeit mit openBIM“ ist es, die Zukunft im Sinne eines durchgehenden digitalen Gebäudemodells zu diskutieren und unter strukturellen, technischen und kulturellen Gesichtspunkten zu analysieren.

Denn obwohl technische Möglichkeiten im Bereich BIM (Building Information Modeling) bereits sehr weit entwickelt sind, funktionieren durchgehende Prozesse der Zusammenarbeit in der hoch fragmentierten Bauwirtschaft noch immer suboptimal. Informationsbrüche und Datensilos zwischen Planung, Ausführung und Betrieb sind gängige Praxis.

Wirklichen Mehrwert bringt die BIM-Methode nur, wenn alle Beteiligten im Lebenszyklus von durchgängigen Datenmodellen profitieren. Hier steckt ein beachtliches Potenzial für Bau-AuftraggeberInnen, die so erhebliche Kosten entlang des Lebenszyklus von Gebäuden einsparen können.

Karl Friedl, Geschäftsführer M.O.O.CON und Mitinitiator von Digital Findet Stadt

Das Potenzial von As-built-Modellen:

Lebenszykluskosten im Gebäudebetrieb sparen

Aufgrund der rechtlichen Trennung zwischen den Gewerken, werden die Anforderungen von BetreiberInnen, NutzerInnen und EigentümerInnen nicht oder nur unzureichend bei der Erstellung eines Digitalen Gebäudemodells (BIM) berücksichtigt.

Das BIM-Modell findet in der Praxis meist keinen Einzug in den Gebäudebetrieb, und das obwohl 80 Prozent der Lebenszykluskosten im Gebäudebetrieb entstehen und BIM gerade hier mit strukturierter, digitaler Dokumentation und Anbindung an CAFM (Computer-Aided Facility Management) großen Mehrwert leistet.

Wir wollen in diesem Projekt den Nutzen von BIM im Betrieb anhand von konkreten Beispielen aufzeigen und den TeilnehmerInnen zeigen, wie Betreiber-Informations-Anforderungen bereits im Planungsprozess und in der Bauabwicklung zu verankern sind damit ein As-built-Modell übergeben werden und größtmöglichen Nutzen stiften kann.

Karl Friedl, Geschäftsführer M.O.O.CON und Mitinitiator von Digital findet Stadt

Was ist das Ergebnis der Projekte und wer profitiert?

Ziel der Innovationsprojekte ist es, den neuesten Stand des Wissens aufzubereiten, um Umsetzungsprojekte vorzubereiten und die Erkenntnisse in der Praxis anzuwenden. Digital Findet Stadt finanziert 40 Prozent der Gesamtkosten aus Fördermitteln, übernimmt das Projektmanagement und leistet die methodische Grundlagenarbeit. Die finanzielle Investition von 2.000 bis 9.000 Euro (je nach Unternehmensgröße) ist überschaubar, der langfristige Nutzen für österreichische KMU groß.

Innerhalb eines Jahres werden die wesentlichen Fragen des jeweiligen Innovationsprojekts beantwortet, mit deren Hilfe die Effizienz von Umsetzungsprojekten steigt und neue Geschäftsmodelle entstehen.

Über Digital Findet Stadt

Die Plattform wurde von der IG Lebenszyklus Bau und dem AIT Austrian Institute of Technology konzipiert und gemeinsam mit dem VZI Verband der Ziviltechniker und Ingenieurbetriebe (Planung & Bau-Dienstleistungen), Smart Construction Austria (Errichtung) und FMA Facility Management Austria (Betrieb) gegründet. Digital Findet Stadt wird im Rahmen des FFG-Programms „Stadt der Zukunft“ vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie gefördert.

[1] Horváth & Partners (2018). Der Wandel der europäischen Bauindustrie Die erfolgreiche Neuausrichtung in einem dynamischen Umfeld. Wien: Business Unit Austria

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