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1.8.2019

Räume haben wesentlichen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden

Tags: Arbeitswelten verändernGesundheitActivity Based Working

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"Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“ – Voltaire  

Aber reicht das aus? Steigende Komplexität, zunehmende Geschwindigkeit und die Digitalisierung mit ihren noch nicht klar abgrenzbaren Auswirkungen auf zahlreiche Bereiche unseres (Arbeits-)Lebens verlangen MitarbeiterInnen und Führungskräften einiges ab. Einschränkungen des Wohlbefindens scheinen unvermeidlich in einem Umfeld, das von hohen Ansprüchen an Organisationen und Menschen geprägt ist. Dadurch wird es immer essenzieller für Unternehmen, körperliche und psychische Gesundheit zu fördern. 

Soziale, kulturelle und räumliche Faktoren machen Wohlbefinden aus

Stellhebel, die das physische und psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz positiv beeinflussen, sind zahlreiche bekannt. Arbeitsstättenrichtlinien und ArbeitnehmerInnenschutzgesetze sorgen dafür, dass grundlegende Bedürfnisse am Arbeitsplatz gedeckt werden.

Neben sozialen und kulturellen Faktoren spielt dabei natürlich auch die räumliche Arbeitsumgebung eine nicht unwesentliche Rolle. Das zeigt auch die steigende Bedeutung von entsprechenden Zertifizierungen wie beispielsweise jene des Well Building Institutes. Bewertet werden hierbei unterschiedliche Gebäudemerkmale, wie etwa:

  • Luft- und Wasserqualität,

  • Licht,

  • Komfort im Sinne von Akustik und Ergonomie aber auch

  • design- und technologiebasierte Kriterien, die kognitive und emotionale Zufriedenheit der NutzerInnen steigern sollen. 

Christoph Schipper, M.O.O.CON Senior Consultant

Arbeitsräume sollten sich immer an den Bedürfnissen der Organisation und der Kultur ausrichten. Strategische Unternehmensziele und die Ansprüche der MitarbeiterInnen geben die Richtung vor.

Für passende Arbeitsplatzlösungen braucht es Partizipation

Um am Ende die richtigen Lösungen für die jeweilige Organisation zu erhalten, gilt es unterschiedliche Player vom Top-Management über Führungskräfte bis hin zu MitarbeiterInnen aus allen Abteilungen in den Gestaltungsprozess zu integrieren und gemeinsam im Dialog künftige Arbeitsumgebungen zu gestalten.  

Sicher ist: Zunehmende Komplexität und Geschwindigkeit verlangen zumeist nach flexiblen Lösungen, wie es beispielsweise Activity Based Working Konzepte anbieten. 

Judith Henle, M.O.O.CON Consultant

Um Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu steigern, sind räumliche Aspekte ein wichtiger Baustein des Erfolgs und gleichzeitig ein oft noch vernachlässigter. Der Prozess, gemeinsam sein neues Bürokonzept zu gestalten, kann unglaublich kultur-, identitäts- und sinnstiftend sein.

3 Aspekte sind ausschlaggebend für Wohlbefinden und Motivation

Damit sich MitarbeiterInnen wohlfühlen und motiviert sind, werden laut der Selbstbestimmungstheorie1 drei Aspekte als entscheidend angenommen: 

  1. AUTONOMIE
    MitarbeiterInnen sollten Autonomie erleben – also das Gefühl haben, selbstständig Entscheidungen treffen und selbstverantwortlich agieren zu können. Flexible, tätigkeitsorientierte Raumlösungen bieten dazu eine gute Möglichkeit, indem jede und jeder Einzelne seine Arbeitsumgebung entsprechend der aktuellen Aufgaben und Stimmung wählen kann. Einen Schritt weitergedacht, kann das selbstverständlich zeitlich und örtlich flexibles Arbeiten umfassen – auch außerhalb der eigentlichen Büroräumlichkeiten. Dass damit ein beträchtlicher Kulturwandel weg von Kontrolle hin zu mehr Vertrauen einhergeht, sei hier nur am Rande erwähnt. 
     

  2. KOMPETENZ
    Es ist wichtig seine Kompetenz zu erleben und den Ansprüchen, die der Arbeitsalltag und die Tätigkeit an einen stellen, gerecht zu werden. Wird beispielsweise Agilität sowie interdisziplinäres Denken gefordert und findet die tatsächliche Arbeit in klassischen Zellenbüros statt, so wird es zunehmend schwierig sein, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. So kann auch die Wahrnehmung von Kompetenz eingeschränkt werden. Die Arbeitsumgebung kann demnach einen wesentlichen Beitrag leisten damit MitarbeiterInnen Kompetenz empfinden und ihre Aufgaben zielgerichtet und qualitativ hochwertig erfüllen können. 
     

  3. ZUGEHÖRIGKEIT UND IDENTITÄT
    MitarbeiterInnen möchten einen Sinn in ihrer Arbeit erkennen und Stolz verspüren, Teil einer bestimmten Organisation zu sein. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und den gleichzeitigen Anspruch nach immer mehr Flexibilität unter einen Hut zu bringen, stellt zweifellos eine Herausforderung dar. Auf Unternehmensebene fällt es oft leichter, den identitätsstiftenden Beitrag von flexiblen Arbeits(platz)konzepten zu erkennen. Auf Abteilungs- oder Teamebene ist eine der regelmäßig gestellten Fragen dabei auch folgende: „Wenn wir künftig keinen fixen Arbeitsplatz mehr haben und häufiger im Home Office sind, werden wir uns dann überhaupt noch als Team / Abteilung fühlen? Was ist denn dann noch unsere Identität?“ Die Antwort darauf kann nur eine starke Kultur sein, die geprägt ist durch eine mitarbeiterorientierte Führung, intensiven Dialog und Feedback sowie durch Rituale und Fixpunkte, an denen man zusammenkommt – virtuell und physisch. 

Um den Schatz, der in der Gestaltung der eigenen Umgebung liegt, zu heben, gilt es behutsam vorzugehen und kulturelle Aspekte von Beginn an zu berücksichtigen. Die Beteiligung unterschiedlicher Stakeholder und intensiver Dialog sind dabei die Basis für den Erfolg.

1 Richard M. Ryan & Edward L. Deci (2018). Self-Determination Theory – Basic Psychological Needs in Motivation, Development, and Wellness. Guilford Press 

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