Digitalisierung im Corporate Real Estate Management: Von der Theorie in die Praxis

Dieser Beitrag ist Teil des Dossiers

Sinn und Unsinn der Digitalisierung im CREM/FM

In der Theorie hat die Digitalisierung das Corporate Real Estate (CREM) und das Facility Management (FM) schon grundlegend verändert. Bereits im Planungs- und Errichtungsprozess führt Building Information Management (BIM) zu einer Optimierung von Kosten, Qualität und Zeit. Und auch in der Betriebsphase kann ein Digitaler Zwilling bei optimaler Einbindung der Informationen für eine verbesserte Umsetzung der Prozesse sorgen. Vielfach eingesetzte Sensorik soll bei der Belegungsoptimierung von Arbeitsplätzen oder der Einstellung der technischen Anlagen unterstützen. So die Theorie. Die Realität sieht aber oft noch ganz anders aus. Bei der Umsetzung hakt es in einigen Projekten, und viele Lösungen werden gar nicht in der breiten Masse am Markt angewendet. In der Praxis zeigen sich oft noch Egoismus und Inseldenken der Gewerke. Das muss sich schleunigst ändern. 

Nur ein integrierter Denkansatz führt zu nachhaltigem Erfolg

Die Digitalisierung führt zu deutlich mehr Vernetzung und Interaktionen in Immobilienprojekten. Das geht nur mit einem interdisziplinären Denkansatz. Betrachten wir interne Herausforderungen und globale Megatrends, dann zeigen sich vier Faktoren, welche die Unternehmensinfrastruktur beeinflussen. Das sind:

  1. Kultur

  2. Organisation

  3. Prozesse

  4. Technologien

Dies hat Auswirkungen auf die Organisation des CREM und FM, die erforderlichen Kompetenzen im Tagesgeschäft, die Bereitstellung von Services und Flächen und die Umsetzung von Projekten in den einzelnen Lebenszyklusphasen. Hier ist ein bereichsübergreifender Denkansatz gefragt. AuftraggeberIn und Projektbeteiligte benötigen ein tiefgehendes Verständnis der Abhängigkeiten und Überschneidungen, die zu einem Gesamtprojekterfolg führen. Diese Erkenntnis genügt aber noch nicht. Für den langfristigen Erfolg müssen wir auch an die Ansprüche und Erfolgsfaktoren aller Beteiligten denken. Das gilt bei der Betrachtung des Lebenszyklus einer Immobilie und bei den Zielsetzungen einzelner Bereiche wie CREM, FM, Controlling, Finanzen, HR.

Das Zusammenspiel von Kultur, Organisation, Prozesse und Technologien

Grafik: M.O.O.CON 

Skypark Business Center Luxemburg

Ein vorbildliches Projekt

Wie wichtig ein übergreifendes Verständnis für die einzelnen Gewerke in allen Projektphasen ist, zeigt das Beispiel des Skypark Business Centers am Luxemburger Flughafen. Für die Planung, Errichtung und den Betrieb arbeiten hier regionale FachplanerInnen und ExpertInnen mit dem international renommierten Architekturbüro B.I.G zusammen. In Luxemburg werden alle Aspekte des Systems „Digitaler Zwilling“ betrachtet. Ziel ist der Einsatz in jeder einzelnen Lebenszyklusphase. In diesem Projekt ist allen Beteiligten klar: Ein Gebäude wird nicht nur errichtet, um ein optimales „as planned“-Modell zu erhalten. Und auch die Optimierung des „as built“-Ergebnisses genügt nicht. Das oberste Ziel ist der Zweck des Gebäudes für das Kerngeschäft in wirtschaftlicher, organisatorischer, kultureller und sozialer Hinsicht. Im Skypark Business Center schafft der Digitale Zwilling alle Voraussetzungen für eine durchgängige und zielgerichtete Datennutzung. Dies geschieht bereits in der Planung, und das ist der Schlüssel zum Erfolg. Denn fehlerhafte Prozesse oder langwierige Probleme, die manche Organisationen bereits bei der Pflege der Daten mit ihren Bestandssystemen haben, lassen sich auch mit dem Digitalen Zwilling nicht auf die Schnelle kurieren.

Wie komme ich nun zu brauchbaren Daten? Welche Daten sind sinnvoll, welche nicht? Lesen Sie gleich weiter!

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